EURO-Masters-Regatta  München, 29.-31. Juli 2016

Wie im „normalen“ Regattabetrieb gibt es auch für die Masters Europa- und Weltmeisterschaften, freilich mit den Unterschieden, dass jeder melden kann, dass die Rennen angesichts der Masse an Meldungen keine Ausscheidungsrennen sind und dass die EM, also die EURO-Masters, nicht jedes Jahr stattfinden.

Dieses Jahr also waren wieder EURO-Masters. Da Bernd seine Erkältung noch nicht überwunden hatte, entschlossen wir uns angesichts der Hochkarätigkeit der Veranstaltung schweren Herzens auf den Verzicht der Mixed-Rennen. Blieb also mein Frauen-Zweier mit Petra Schadock aus Mühlheim, zu dem wir uns im Mai spontan entschlossen hatten. Mehr als ein gemeinsames Training in der Woche war allerdings nicht drin und so war die spannende Frage, ob wir es schaffen würden, in dieser kurzen Zeit zusammen zu kommen und mitzuhalten.

Das Finalrennen war personell gut besetzt. Am meisten Respekt flößte mir beim warmfahren das Boot aus Lettland ein.

Große stabile Frauen, die beim ruhigen rudern richtig gut vorwärts kamen. Auch das internationale Boot aus der Schweiz und England sah beim warmrudern gut aus. Bei den beiden weiteren deutschen Booten handelte es sich um ein Vereinsboot aus Eschwege und einer Renngemeinschaft aus Potsdam und Geesthacht mit erfahrenen, international mehrfach erfolgreichen Ruderinnen. Das sah nach einem richtig harten Rennen aus.

Aber wir hatten ja in unserem ersten gemeinsamen E-Rennen nichts zu verlieren. 15 Minuten vor dem Start bekam Petra einen Wadenkrampf und es war völlig offen, ob wir überhaupt würden starten können. Der Muskel entspannte sich wieder einigermaßen und wir nahmen unsere Startposition auf Bahn 6 ein. Wir beide sind schnelle Starter und wir erwischten einen genialen Start und waren sofort vorne. Bei 500m sah ich den Bugball unserer stärksten Konkurrentinnen aus der Schweiz und England im Augenwinkel auf Bahn 1 auf meiner Höhe. Das hieß, eine halbe Länge Vorsprung für uns. Die galt es jetzt zu halten. Noch 250 Meter bis zum Ziel. Der Bugball auf Bahn 1 blieb auf meiner Höhe. Und im Ziel hatten wir mit knapp 2,5 Sekunden Vorsprung den Titel gewonnen.

Anette Löffler